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Archive for Januar 2014

Heute mal was anderes:

Überall auf der Welt wird ja alles mögliche über ZJ erzählt. Das sind wir ja gewohnt. Z.B. dass unsere Bibel verfälscht ist, dass wir ein riesiger Konzern sind, der nur das Geld der armen Leutchen will usw. Aber hier in Namibia sind uns ein paar Stories begegnet, die wir so jetzt nicht GANZ erwartet hatten. Im folgenden die Top 3 der abgefahrensten Gerüchte die man sich hier über uns so erzählt:

Platz 3: die weißen ZJ sind verurteilte Straftäter aus Europa, die hier in Afrika Strafdienst bzw. Sozialstunden ableisten müssen.

Also das ist uns zwar selber noch nicht direkt begegnet, wurde uns aber von Freunden erzählt, die woanders in Namibia aushelfen.

 

Platz 2: ZJ trinken bei ihren Zusammenkünften das Blut von schwarzen Katzen

Das wird regelmäßig unseren Kids in der Schule vorgeworfen. Kein Witz. Und viele glauben das tatsächlich! Aber nur das Blut von schwarzen Katzen, wohlgemerkt.

Platz 1 :ZJ haben in ihren Königreichssälen jeweils eine lebende, riesige Schlange (wahlweise Boa oder Anaconda). Diese wird von uns bei den Zusammenkünften angebetet.

Das wurde uns von einer Schwester erzählt, deren Interessierte das gehört hatte. Sie wollte das aber nicht so recht glauben und hat sich dann selbst informiert. Im Saal hat sie dann nachgefragt wo denn die Riesenschlange nun sei, deswegen ist sie ja extra gekommen. Leider wurde sie enttäuscht – keine Boa und auch keine Anaconda weit und breit.

 Ja, die Menschen sind erstaunlich kreativ im erfinden von Gerüchten. Man könnte drüber lachen, und das haben wir auch – leider halten diese Geschichten aber viele davon ab, die Wahrheit näher unter die Lupe zu nehmen. Naja, wir können nur unseren Teil tun und den Rest überlassen wir jemand anders… 🙂

Sobald wir neue, erheiternde Gerüchte hören, werdet ihr sie hier serviert bekommen. Habt ihr auch lustige Gerüchte gehört? Lassst sie uns wissen über die Kommentarfunktion. 

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Auf nach Opuwo

2011 waren wir das erste mal in Opuwo. Opuwo ist eine kleinere Stadt ziemlich weit im Norden. Bekannt ist diese Ecke von Namibia hptsl. für die hier lebenden Himba, von denen viele nach wie vor traditionell leben, sich mit Tierhäuten bekleiden und die Haut mit ihrer roten Paste einreiben. In Opuwo herrscht eine wilde Mischung aus traditionellem Lebensstil und modernem Einfluss. Es ist schon ein seltsamer Anblick wenn man durch einen modernen Supermarkt läuft und einem dann barbusige Himbafrauen zwischen Coca Cola und Fertigpizza begegnen.

Drum freuten wir uns umso mehr dass wir zu dem Predigt-Trip mit der Herero-Versammlung mit durften. Hier oben gibt es keine Versammlung, nur eine einzige Schwester ist vor kurzem hier her gezogen. Dementsprechend sind die Menschen wirklich offen und unvoreingenommen. Zwischenzeitlich versucht die Herero-Versammlung regelmäßig, hier zu predigen, was aber durch die Entfernungen zur Hauptstadt (800 km) doch ziemlich erschwert wird.

Nachdem in der Vergangenheit Vorträge in der Gemeindehalle gehalten wurden, war diesmal die Idee in die umliegenden Dörfer zu fahren. Der Plan war: tagsüber hin und alle zu einer Videovorführung am Abend einladen. Das ist hier mitten im Busch wo man kaum Strom hat natürlich ein Event der Extraklasse! Dementsprechend haben die Stammesführer jeweils zugestimmt dass wir ein Video (in ihrer Muttersprache Herero) vorführen dürfen, und haben dafür gesorgt dass alle eingeladen wurden.

Am Abend haben wir dann Leinwand und Beamer aufgebaut während die Leute eingetroffen sind. Nach Sonnenuntergang ging es los. Die Reaktionen waren begeistert – denn wann kommen schon weiße Menschen ins Himba / Hererodorf und führen auch noch ein Video vor, noch dazu in der Sprache der Himbas! Die Dorfbewohner haben z.T. regelrecht gebettelt dass wir wiederkommen, weil niemand da ist der ihnen etwas aus der Bibel zeigen kann.

Am zweiten Abend waren über 150 anwesend! Aber seht selbst – die Bilder geben euch einen guten Eindruck. Am dritten Abend haben wir noch eine Vorführung in Opuwo selber gemacht. Hierzu haben wir das Stadion (im wesentlichen ein Fußballfeld mit ein paar Blechtribünen) gemietet. Das Wetter war aber so unbeständig dass wir nicht wirklich einladen konnten, drum waren an dem Abend etwas weniger Leute da.

Alles in allem ein voller Erfolg – der Nährboden für Wachstum in dieser Gegend ist auf jeden Fall vorhanden.

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Babylon in Namibia

Was hier in Namibia im Vergleich zu Deutschland besonders auffällt, ist die unglaubliche Anzahl verschiedener Kirchen. Allein in Gobabis gibt es bestimmt zwichen 30 und 50 Kirchen. Offizielle Zahlen haben wir nicht, aber man sieht Kirchen an jeder Ecke. Von großen, fast kathedralen-artigen Bauten aus der Kolonialzeit, über Zeltbauten die als Krichen dienen bis hin zur Blechhütte mit einem aufgemalten Kreuz ist alles dabei. Neben den beiden großen bekannten Platzhirschen (evangelische und katholische Kirche) gibt es eine Vielzahl von evangelikalen, pfingstlerischen, neuapostolischen und wasweißichnoch alles für Kirchen.

Was besonders auffällt ist dass vielen von denen durchaus aktiv sind und versuchen Mitglieder zu gewinnen. Die Stadt Gobabis ist voll von Plakaten mit Einladungen zu allen möglichen Gottesdiensten, Heil-Events bei denen du garantiert gesund wirst, und allerlei Sonderveranstaltungen bei denen irgendwelche Star-Prediger zugegen sind.

Interessanterweise ist und bleibt es aber das Markenzeichen von ZJ, von Haus zu Haus zu predigen. Daher erkennen einen die Menschen auch schon von weitem und oft wird man freundlich mit „Hello Pastor“ begrüßt – die Leute wissen ja oft nicht dass wir keine Pfarrer, Pastoren o.ä. haben. Kommt man dann ins Gespräch, wissen die meisten schon dass wir „The Jehovahs“ sind – dieser wichtige Name ist also überall bekannt.

Als wir vor einiger Zeit in der „Location“ (so wird der ärmere Teil der Stadt genannt, wo auch die meisten Nicht-Weißen wohnen) unterwegs waren, kommen wir an ein Haus (um genau zu sein ein Verschlag aus Wellblech und Holz), als wir merken da steht schon jemand an der Tür. Als wir genauer hinschauen sehen wir, er hat die Bibel in der Hand und liest den Bewohnern daraus vor. Neugierig geworden, warten wir in einigem Abstand. Als sie schließlich fertig sind sprechen wir den Prediger an, da wir überrascht sind, dass außer ZJ noch jemand anders zu den Häusern der Menschen geht um ihnen die Bibel näher zu bringen. Also frage ich ihn, was er so macht und stolz erzählt er uns dass er von Haus zu Haus zieht und dass das das wichtigste ist, was es gibt. Wir schauen uns baff an und wundern uns ob evtl. da noch eine andere Kirche die original-Predigtmethode aus dem 1. Jahrhundert übernommen hat?

Aber nach kurzem Gespräch stellt sich heraus: Er hat jahrelang mit ZJ studiert! Irgendwann hat er aber beschlossen, lieber seine eigene Kriche zu gründen! 😀 Unsere Predigtmethode hat er aber beibehalten – inhaltlich gab es dann doch ein paar Unterschiede! 

Zurück zu den Kirchen: Eine sticht hier besonders hervor und das ist die „Universal Church of the Kingdom of God“. Wer stöbern will, einfach mal auf Wikipedia nachlesen. Diese Kirche ist überall im Land aktiv und wirbt derzeit sogar mit einem riesen „All Answers Event“ im Fußballstadion von Windhoek! Jeden Montag kann man in die Kirche gehen und der Pastor betet dann um (materiellen) Wohlstand für dich (an den anderen Abenden stehen andere Themen auf dem Programm, z.B. Heilungen, Probleme im Leben etc.). Sie werben mit Erfahrungsberichten von Menschen die angeblich vom armen Schlucker zum Multimillionär wurden, nur durch Gebete. Aber das gibt’s natürlich nicht gratis: wenn du einen besseren Job bekommst, gehört das erste Gehalt der Kirche… ein Schelm wer böses dabei denkt. Unabhängig davon wird immer schön der Zehnte verlangt – selbst von Menschen die sich kaum was zu essen leisten können. Interessant, mal über die Vermögensverhältnisse des Gründers und der Kirche im Internet zu stöbern. Die Kirche nimmt jedes Jahr 1,4 Mrd. USD durch Zehnte ein. Ihr Gründer Edir Macedo hat gemäß Forbes ein Vermögen von 1,1 Mrd. USD.

Eine kleine Erfahrung, allerdings wissen wir nicht ob diese Herren von der „Universal Church“ waren. Eine relativ wohlhabende Frau, mit der zwischenzeitlich auch studiert wurde, hat folgendes erzählt. Eines Tages kamen zwei Pastoren ihrer Kirche zu ihr nach Hause. Sie haben mit ihr gesprochen, und dann auch gemeinsam gebetet. Nach Ende des Gebets meinten die beiden „der Herr habe zu ihnen gesprochen“, und zwar folgendes: Um weiter in seiner Gunst zu stehen, muss sie etwas sehr wertvolles der Kirche spenden. Etwas dass ihr am meisten am Herzen liegt muss sie abgeben, damit Gott sieht, wie opferbereit sie ist. Sie meinte dann, sie hänge nicht an materiellen Sachen und ihr fällt nichts ein, was ihr besonders schwerfalle. Die Pastoren wussten aber Abhilfe: Sie schlugen vor, einfach den Flachbildfernseher, die Stereoanlage und den DVD Player abzugeben, das habe Gott ihnen im Geist gesagt. Die Frau war baff, wusste nicht was sie sagen sollte und gewährte den Pastoren, alles einzupacken. Also haben die beiden alles ins Auto geladen und sind auf und davon! Der eine kam noch mal kurz zurück weil sie die Fernbedienung des DVD Players vergessen hatten!

Das traurige an der Sache ist, dass die Menschen den Kirchen hier oft wirklich vertrauen – aber dieses Vertrauen wird oft schamlos ausgenutzt. Die Menschen sind wirklich wie „Schafe ohne einen Hirten“ – umso wichtiger dass wir mit echter biblischer Bildung dagegen halten!

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Etosha National Park

Hallo Ihr lieben,

ja wir geben es zu! Wir waren zu faul zum schreiben! Aber das bedeutet nicht, dass sonst nichts bei uns los war. Drum hier mal ein kleiner Rückblick auf die letzten Wochen.

Zunächst mal unser kleines Etosha Nationalpark-Abenteuer. 

Nachdem wir Rundu verlassen hatten, wollten wir uns auf dem Weg Richtung Süden mit einer Zwischenstation im Etosha Nationalpark genehmigen. Gesagt gebucht, und tags darauf waren wir schon in Tsumeb, einer Stadt nicht weit vom Eingangstor des riesigen Parks entfernt.

Das schöne an der Etosha ist, dass man selbst mit dem Auto auf Safari gehen kann. Man bucht also eine Tageskarte und kann sich dann bis zum Sonnenuntergang frei in dem riesigen, großteils flachen Gelände bewegen. So weit die Theorie.

Wir machten uns also noch vor Sonnenaufgang von Tsumeb Richtung Gate auf, so dass wir den Tag richtig schön genießen können. Nachdem wir uns in unserer Unterkunft innerhalb des Parks gemeldet hatten und die Park-Gebühr entrichtet hatten machten wir uns also auf den weg um den Park zu erkunden, froher Hoffnung reichlich Wildlife vor die Fotolinse zu bekommen.

Man kann sich innerhalb des Parks auf festgelegten Schotterpisten bewegen. Ausdrückliche Regel ist aber: NIE DAS AUTO VERLASSEN!! denn man weiß nie was hinter dem nächsten Baum oder Busch lauert – von Löwe bis Hyäne ist hier alles drin. Das muss man bei der Einfahrt in den Park auch unterschreiben und Warnhinweise innerhalb weisen einen ebenfalls immer wieder darauf hin. Regel Nr. 1: NIE DAS AUTO VERLASSEN, sonst bist du Löwenfutter. Soweit kein Problem, mit dieser Einschränkung kann man locker leben und trotzdem die fantastische Natur und genießen.

Von den Kiespisten aus kann man dann im Abstand von ein paar km immer wieder Wasserlöcher ansteuern, wo man die Tiere am besten beobachten kann, denn alles muss ja zum Wasser kommen. Man steht dann so ca. 30 m entfernt und kann zuschauen ob und was sich alles an den Tümpeln versammelt.

Wir machen uns also von der Lodge (innerhalb des Parks) auf, um das erste Wasserloch anzusteuern. Nach gut 20 Minuten Fahrt machen wir es uns am ersten Wasserloch bequem. Motor aus, Stille, nur die Geräusche der Natur, Kamera im Anschlag. Wenige Minuten später wird die Idylle jedoch jäh gestört. Jemand klopft an unser Fenster! Moment – wie war das ncoh mit der Regel Nr. 1? Verwundert schaut Rainer einem anderen Safari-Touristen ins Gesicht, der meint, wir sollen mal unseren Reifen checken! Schon ahnend was jetzt kommt, steige ich aus und tatsächlich – Plattfuß hinten rechts!

Ein super Start in einen Safari-Tag! OK, kurz nachgedacht: Aber ohne aus dem Auto zu steigen wird das Problem wohl kaum lösbar sein. Also raus, möglichst dicht am Auto bleiben und den Schaden genauer inspizieren. Der nette Herr macht sich mit einem fröhlichen „No Problem, you got a spare one“, wieder auf dem Weg zu seinem Auto und düst davon. Wir also mitten in der Wildnis, am Wasserloch vor uns ca. 20 Zebras und 30 Antilopen – alles leckere Beute für alle möglichen Raubtiere.

Hilft alles nichts. Rainer muss raus und den Reifen wechseln. Wir Mel muss die Augen offen halten ob sich irgendwas verdächtiges in der Umgebung anschleicht. Das rund 1 Meter hohe, helle Gras macht das nicht unbedingt einfacher!

Also Wagenheber raus, Auto hochgebockt – nur doof dass der Wagenheber zu klein ist. Das Rad geht zwar ab, aber das neue nicht drauf. Als ich grad noch am werkeln bin, kommt ein pickup mit ein paar Jungs vorbei die meinen wir sollen usn beeilen, da vorne hätten sie grade zwei Hyänen gesehen! Sehr ermunternd.

Mit unserem Equipment ist jedenfalls kein Rad zu wechseln – wir rufen also in der Lodge an und sagen dass wir Hilfe brauchen. „OK es kommt gleich jemand“. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch zu frisch in Afrika um die wahre Bedeutung dieser Worte zu verstehen. Wir sitzen also im aufgebockten Auto, warten und warten. Immerhin gelingen uns ein paar schöne Aufnahmen.

Nach einiger Zeit kommt zum Glück ein anderer Pickup vorbei, der uns dann netterweise seinen Wagenheber borgt. Nach ein paar Minuten ist das Rad gewechselt und wir sind froh endlich wieder mobil zu sein.

Wir beschließen, den Rest des Tages zu genießen und suchen ein anderes Wasserloch auf. Nach einiger Fahrerei werden wir tatsächlich entschädigt mit einem besonderen Erlebnis.

Als wir das Wasserloch ansteuern kommt gerade von der anderen Seite eine stattliche Elefantenherde daher, schätzungsweise 40 bis 50 Tiere, vom riesigen Bullen bis zum kleinen Baby alles dabei. Wie man es aus Sielmanns Tierleben kennt, stürmen sie ins Wasser, trompeten, duschen sich gegenseitig ab. Die kleinen haben ihre helle Freude sich ins Wasser fallen zu lassen.

Ein zweites Auto, das ein paar Meter neben uns steht startet plötzlich den Motor und fährt davon. Anscheinend haben die was gemerkt was uns verborgen blieb, denn plötzlich macht sich die gesamte Herde wieder auf den Weg – genau in unsere Richtung! Als wir es auch endlich schnallen, will ich schnell den Motor starten aber wie in einem schlechten B-Movie springt der nicht an! Während ich kapiere dass das an der elektronischen Wegfahrsperre liegt, sind die Elefanten aber schon da – und wir meinen wirklich direkt da. Die ganze Herde läuft um unser Auto rum. Vor uns Elefanten, hinter uns, links und rechts – wir sind mitten in der Herde, manche sind ungelogen weniger als 1 Meter vom Auto weg. . Einer bleibt stehen und breitet drohend die Ohren aus, trottet dann aber doch weiter.

Nach ein, zwei Minuten ist der „Spuk“ vorbei, und wir lachen beide nur noch… Das war schon ein Safari-Erlebnis der selteneren Art.

Am nächsten Morgen wollen wir uns erneut auf Safari begeben. Als wir früh am Auto sind stellen wir fest, dass wir schon wieder einen Platten haben! Kaum zu fassen! Über Nacht hat der Reifen die Luft verloren. Mit Safari ist also erstmal nix… Zum Glück hilft uns der Tankwart, der hier im Camp an der Tankstelle arbeitet mit seiner magischen Paste, so dass wir nach gut einer Stunde doch wieder mobil sind. Da es aber um unsere Reifen nicht so gut bestellt ist, machen wir uns direkt auf die Socken nach Windhoek, wo wir gegen Abend dann auch ohne weitere platte Reifen ankommen.

 

 

 

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